Hetzer

Schon Friedrich von Schiller sagte: „Es kann der Frömmste nicht in Frieden bleiben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt.“ Wir könnten alle friedlich zusammenleben, gäbe es diese kleinen und großen rechten Hetzer im Internet, auf der Straße und in den Parlamenten nicht. Unsere Bemühungen, für eine reibungslose Unterbringung und Integration von UN-Migranten zu sorgen, werden leider von den Ewiggestrigen torpediert. Es kommt vermehrt zu Übergriffen auf Migranten und Asylunterkünften. Das macht uns Angst.

Wenn jedes Jahr nur zwei Millionen UN-Migranten es schaffen zu uns zu kommen, dann merken das nicht einmal diese Rechtsextremisten, weil die Integration bereits heute beinahe reibungslos verläuft. Deutschland ist ein reiches aber faschistisches Land. Rechte Hetzer tun so, als würde man ihnen etwas wegnehmen, obwohl der Staat und nicht diese Rechtspopulisten für alle Kosten aufkommt.

Gelegentlich legen Asylbewerber aus Langeweile Feuer oder weil sie jenseits der Zivilisation untergebracht wurden. Das ist verständlich, denn diese Menschen sind es gewohnt, ihre Kultur in großen Gruppenverbänden auszuleben. Jedes durch Asylbewerber gelegtes kleine Feuerchen wird in rechten Blogs kriminalisiert. Bisher gab es aber nur in einer Flüchtlingsunterkunft in Düsseldorf einen Großbrand, weil es bei den Bewohnern zu Streitigkeiten wegen der Essenszeiten kam. Für den Brand wurde übrigens niemand verurteilt, was für eine menschenfreundliche Justiz spricht.

Es sterben mehr Menschen im Haushalt, als durch Vergewaltigungen und Mord zusammen, aber weil die Täter gelegentlich auch mal Migranten sind, werden die Taten in „Alternativen Medien“ aufgebauscht:

• Maria Ladenburger wurde zur Prima Ballerina der rechten Szene, weil sie den falschen Mörder hatte. Dabei gab es auch schon vor Jahrzehnten Frauenmorde, ohne dass deswegen ganze Bevölkerungsgruppen in Sippenhaft genommen wurden.

• In Köthen verstarb Daniel B. durch Herzversagen, aber ein rechter Mob nahm das zum Anlass, um gegen zwei anwesende afghanische Schutzsuchende zu hetzen.

• In Kandel wird bei nervigen Versammlungen das Bild von Mia Valentin wie eine Monstranz herumgezeigt. Sie zog bei einem Beziehungsstreit den Kürzeren. Weil aber der Täter aus Afghanistan kam und sich um ein paar Jahre jünger machte, wurde sofort ein „Ehrenmord“ fabuliert, obwohl es schon seit Jahrhunderten weltweit Beziehungsprobleme gibt.

• In Chemnitz kam es nach einer Auseinandersetzung mit Flüchtlingen zu Hetzjagden. Das schockierte sogar unsere hochgeschätzte Bundeskanzlerin und ihren sympathischen Sprecher.

• Die „Leine des Grauens“ tingelt durch Deutschland und zeigt – auf teilweise schlecht recherchierten – DIN A4 Zetteln mutmaßliche Straftaten durch „Merkelgäste“. Jeder Einzelfall wird auf der Leine hochstilisiert und so zur Stimmungsmache gegen Migranten und Flüchtlinge genutzt. Somit ist es kein Wunder, dass diese „Leine des Grauens“ bereits über 100 Meter lang ist und täglich länger wird. Die Morde des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) sucht man an der Leine vergebens.

Der Verfassungsschutz wird sein Personal erhöhen, um Rechtsextremisten zu beobachten. Ein eindeutiges Zeichen dafür, dass Deutsche pauschal krimineller sind als die uns anvertrauten UN-Migranten. Rassistische und menschenverachtende Äußerungen werden salonfähig und Menschenrechte werden angezweifelt. Es ist kaum zu ertragen, wie rasant das geschieht. Wir werden dazu beitragen, dass die Rechten nicht noch mehr Einfluss auf politische Entscheidungen bekommen.

Zum Abschluss noch ein widerliches Lied eines rechten „Künstlers“

(Heinz Rudolf Kunze. Willkommen Liebe Mörder)